Schwarzmarkt
Schwarzmarkt
Juli 12, 2009 by admin · 27 Kommentare
- Kosten: 3
- Nutzen: + 2 Geld, Decke obersten 3 Karten vom Schwarzmarkt-Stapel auf. Du darfst sofort eine der aufgedeckten Karten kaufen. Lege die nicht gekauften Karten in beliebiger Reihenfolge unter den Schwarzmarkt-Stapel zurück.
(Vor dem Spiel wird ein Schwarzmarkt-Stapel gebildet. Der Schwarzmarkt-Stapel enthält je eine Karte aller Königreichkarten, die nicht im Vorrat.) - Kartentyp: Aktion
Der Schwarzmarkt ist eine Karte, die ursprünglich für die Seaside-Erweiterung geplant war, dann aber aufgrund des doch eher ungewöhnlichen Effekts zu einer Promokarte umfunktioniert wurde.
Die Karte bietet etwas bislang völlig Einzigartiges: Einen möglichen Kauf noch in der Aktionsphase. Zur Erklärung: Man bildet vor dem Spiel einen Schwarzmarktstapel aus allen Königreichkarten, die nicht zum aktuellen Setup gehören (man kann hier auch andere Varianten spielen, aber so steht es auch auf der Karte) und kann bei Ausspielen des Schwarzmarkts eine der drei obersten Karten des Stapels sofort – also in der Aktionsphase – kaufen. Das Geld für diesen Kauf muss man auf der Hand haben und für diesen Kauf auch ausspielen, wobei das Restgeld in der eigentlichen Kaufphase noch zur Verfügung steht.
Insgesamt kann man den Effekt des Schwarzmarkts in drei Teile untergliedern:
1. Die virtuellen 2 GE
2. Den Zusatzkauf vom Schwarzmarktstapel
3. Die Möglichkeit, Geldkarten schon in der Aktionsphase auszuspielen
Die virtuellen 2 GE
Nun, die 2 GE sind zum einen immer dann gut, wenn virtuelles Geld von Vorteil ist, d. h. als indirekte Verteidigung gegen Dieb und Piratenschiff oder als Geldlieferant bei Karten wie dem Taktiker, bei dem man seine Handkarten ablegen muss und nur noch das virtuelle Geld für den Zug zur Verfügung hat (wobei der Taktiker hier sogar ein Sonderfall ist – dazu später mehr). Allerdings füttert sich der Schwarzmarkt mit den 2 GE auch ein wenig selbst, denn man will mit der Karte ja häufig einen zusätzlichen Kauf tätigen, für den ein wenig mehr Geld durchaus brauchbar ist. Es ist in diesem Fall also doppelt nützlich.
Der Schwarzmarktstapel-Kauf
Dieser Kauf ist dann natürlich sehr zufallsbedingt. Manchmal sind die drei möglichen Karten im aktuellen Spiel völlig unbrauchbar (oder auch einfach mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht zu erwerben), manchmal zieht man aber auch einen absoluten Joker. Hat man z.B. die einzige Hexe oder die einzige Kapelle im ganzen Set, kann das schon den halben Sieg bedeuten. Man sollte sich bei diesem Kauf aber unbedingt selbst disziplinieren und sehr genau überlegen, ob man eine der drei Karten tatsächlich benötigt, oder ob man nicht lieber das Geld für die Kaufphase aufhebt und sein Deck mit “geplanten” Karten des Vorrats verstärkt.
Die Möglichkeit, Geldkarten schon in der Aktionsphase auszuspielen
Der vielleicht interessanteste Aspekt dieses Kaufs in der Aktionsphase ist, dass man sein komplettes Geld aus der Hand für diesen Kauf ausspielen kann (selbst wenn man z. B. 9 GE plus den 2 virtuellen GE der Karte für den Schwarzmarktkauf eines Dorfes ausspielt), und in der echten Kaufphase dennoch den Differenzbetrag (im Beispiel also noch 8 GE nach dem Kauf des Dorfes für 3 GE) zur Verfügung steht. Man kann sogar sein komplettes Geld ausspielen und entscheiden, überhaupt keine der Schwarzmarktstapelkarten zu kaufen – und ja, dieses Geld stünde dann in der Kaufphase dennoch zur Verfügung.
Diese Eigenheit bietet die Möglichkeit zu einigen sehr effektiven Tricksereien, sofern man ausreichend Aktionen zur Verfügung hat (z. B. ein vorher gespieltes Dorf). Karten beispielsweise, die von einer verringerten Handkartenzahl profitieren, wie die Bibliothek oder der Wachturm, werden nach einem gespielten Schwarzmarkt erst richtig stark. Hat man in einem konstruierten Beispiel die Handkarten Jahrmarkt-Schwarzmarkt-Bibliothek-Gold-Gold, dann kann man nach dem Jahrmarkt einen Schwarzmarkt spielen, spielt seine Goldkarten aus und kann anschließend mit der Bibliothek volle 7 Karten nachziehen. Das passiert so zugegeben nicht besonders häufig, aber wenn es dazu kommt, ist diese Kombination extrem stark. Ähnlich gut ist dieser Effekt mit dem schon erwähnten Taktiker. Spielt man vor einem Taktiker schon sein gesamtes Geld mit dem Schwarzmarkt aus, muss man es mit dem Taktiker nicht ablegen und kann es zu 100% in der Kaufphase nutzen. Durch den Kauf von mehr als einem Taktiker (2-3 sollten ausreichen) kann man sogar direkt die Zusatzaktion im Taktikerzug nutzen und nach der Schwarzmarktaktion direkt wieder einen Taktiker spielen.
Weitere interessante Möglichkeiten bieten sich durch einige Geld-Königreichkarten. So kann man z. B. durch einen ausgespielten Hort auch ein Gold nehmen, wenn man auf dem Schwarzmarkt eine Große Halle kauft, und ein ausgespielter Steinbruch senkt die Kosten aller Aktionskarten für den gesamten restlichen Zug. Man kann also durch eine im Anschluss ausgespielte Werkstatt beispielsweise eine Karte für bis zu 6 GE nehmen oder mit einem Festmahl eine für bis zu 7 GE. Auch hierfür sind natürlich ausreichend Zusatzaktionen erforderlich.
Fazit:
Der Schwarzmarkt ist eine recht gute Karte für 3 GE, der einem mit etwas Glück eine essentielle Zusatzkarte bescheren kann, die sonst keinem Mitspieler zur Verfügung steht. Er ist damit umso schwächer, je besser die Karten des eigentlichen Vorrats sind – in einem Setup mit Kapelle, Lakai und Jahrmarkt kann man ihn also getrost links liegen lassen. In eher schwache Setups, vielleicht sogar ohne brauchbare Entsorger, kann er einem aber – natürlich sehr glücksabhängig – sogar zum fast sicheren Sieg verhelfen. Darüber hinaus kann er aufgrund der einzigartigen Tatsache, dass man sein Geld schon in der Aktionsphase ausspielen kann, einige Karten, wie die erwähnten Wachturm, Bibliothek und Taktiker, zu Höchstleistungen treiben, sofern ausreichend Aktionen zur Verfügung stehen.
Gut mit: Wachturm, Bibliothek, Taktiker, Steinbruch + Werkstatt o.ä. (falls Aktionsgeber verfügbar sind); eher schwache Setups
Gut gegen: Dieb, Piratenschiff (eingeschränkt, aufgrund des virtuellen Geldes)
Schlecht mit: guten, schnellen Setups
Schlecht gegen: -
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