Dominion – Erweiterungen und Strategien für das Spiel des Jahres 2009 | Dominionblog.de
Gesandter

Gesandter

Juli 12, 2009 by · 26 Kommentare 

  • Kosten: 4
  • Nutzen: Decke die obersten 5 Karten von deinem Nachziehstapel auf. Der Spieler links von die wählt eine der aufgedeckten Karten aus. Lege die gewählte Karte ab. Nimm die übrigen Karten auf die Hand.
  • Kartentyp: Aktion

Gesandter

Der Gesandte ist die erste Promokarte, die für Dominion erhältlich war und ist vom Aktionstyp ein Kartenzieher, vergleichbar mit der artverwandten Schmiede aus dem Basisspiel (Effekt der Schmiede: +3 Karten). Er bietet damit im Grunde auch die gleichen Vor- und Nachteile, und es sind ähnliche Strategien spielbar.

Da sowohl Gesandter als auch die Schmiede beide terminierende Aktionen sind (d. h. sie verbrauchen effektiv eine Aktion) und auch beide 4 GE kosten, ist es sehr sinnvoll, die beiden Karten direkt zu vergleichen, um ausgehend von der Grundstrategien von Kartenziehern den Gesandten etwas näher zu untersuchen.

Die Schmiede zieht genau 3 Karten nach, der Gesandte effektiv 4 – welchen Vorteil bietet also die Schmiede? Nun, da der Gesandte nicht zwingend die genau obersten 4 Karten zieht, sondern im Prinzip die schlechtesten 4 der obersten 5, ist die durchschnittliche Kartenqualität bei der Schmiede im Allgemeinen höher.

Welche der beiden Karten in Einzelfällen stärker ist, ist damit sehr abhängig von der Situation und vom Setup. Kriterien, die man dabei beachten sollte sind:

- Hab ich nach dem Ausspielen der Karte weitere Aktionen zur Verfügung (z. B. durch ein vorher gespieltes Dorf)?
- Wie gut ist meine Deckqualität / habe ich viele schlechte Karten (Flüche, Punktekarten)?
- Ist mein Deck eher auf Geld oder Aktionen ausgelegt?

Generell kann man sagen, dass ohne Zusatzaktionen ein gespielter Gesandter Nachteile haben kann, insbesondere wenn man viele Aktionskarten im Deck hat (dass diese Situation ganz prinzipiell zu vermeiden ist, ist eine andere Sache). Deckt man nämlich mit den 5 Karten eine Aktionskarte auf, wird der Gegner immer stattdessen eine Geldkarte ablegen lassen, selbst wenn es nur ein Kupfer ist. In einem sehr geldlastigen Deck allerdings, bei dem man davon ausgehen kann, keine Aktionskarte zu ziehen, ist der Gesandte meist im Vorteil, da hier die absolute gezogene Kartenanzahl überwiegt. Aber auch hier birgt der Gesandte natürlich immer das Risiko, effektiv sogar einen schlechteren Zug zu haben, als es eine Schmiede mit einer Karte weniger gehabt hätte

Hat man ein echtes Kettendeck mit vielen Zusatzaktionen, in dem terminierende Aktionen nicht stören, ist der Gesandte in vielen Fällen die bessere Wahl. Häufig deckt man unter den 5 Karten Aktionen und Geld zusammen auf und kann den Gegner so schonmal vor eine schwere Entscheidung stellen. Um in Ketten das Risiko zu minimieren, dass schlechte Züge mit dem Gesandten eine Runde zu stark schwächen, sollten in solchen Decks immer auch wenn möglich einige “konventionelle” Kartenzieher eingebaut werden, um letztlich wirklich das komplette Deck auf die Hand zu ziehen.

Ist meine Deckqualität sehr schlecht, beispielsweise in Gärtenstrategien oder in Spielen mit Flüchen, dann sollte man eher die Finger vom Gesandten lassen. Häufig werden hier maximal 3 brauchbare Karten aufgedeckt – wenn der Gegner davon auch noch das einzige Gold ablegen lässt, hat man in vielen Zügen kaum noch Vorteile durch die zusätzlichen Karten. Die Schmiede zieht dagegen immer stur die nächsten 3, und meine wenigen guten Karten landen garantiert auf meiner Hand – im Zweifel erst im nächsten Zug.

Was man selbst bei weniger guten Voraussetzungen dennoch nicht übersehen sollte, ist die Tatsache, dass der Gesandte gerade im frühen Spiel sehr gut ist, da er zum einen sehr gut zieht (in einem Start mit Silber/Gesandter kommt man im Gesandten-Zug garantiert auf mindestens 5 GE) und zum anderen sehr schnell das Deck durchlaufen lässt, wodurch man gute gekaufte Karten sehr schnell wieder auf der Hand hat. So kann man sich z. B. durch den Kauf von guten 5er Karten oder Gold schon sehr früh einen extrem wertvollen Vorsprung erarbeiten.

Fazit

Der Gesandte ist ein guter terminierender Kartenzieher für 4 GE, der in vielen Fällen durchaus Vorteile gegenüber der artverwandten Schmiede bietet. Gerade in gut aufgebauten und ausgewogenen Decks mit ausreichend Aktionen ist der Gesandte in der Regel die stärkere Karte, da man es hier meist gut verkraften kann, dass der Gegner die beste der gezogenen Karten ablegen lässt. Hat man dagegen keine Aktionsgeber zur Verfügung, ist die Schmiede (oder andere, vergleichbare Kartenzieher) häufig besser, da mit ihr die Chance, gute, aber im aktuellen Zug unspielbare Aktionskarten auf die Hand zu ziehen, deutlich geringer ist. Auch in schlechten Decks mit nur einer geringen Dichte an starken Karten sollte man eher auf andere Kartenzieher zurückgreifen, da mit dem Gesandten das Risiko sehr hoch ist, diese guten Karten in manchen Durchläufen überhaupt nicht zu ziehen.

Gut mit: Aktionsgebern (Dorf, Jahrmarkt…); starken und ausgewogenen Decks
Gut gegen: -
Schlecht mit: Setups mit vielen terminierenden Aktionen; schlechten Decks (Flüche, Punktekarten)
Schlecht gegen: -

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