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Aussenposten

Aussenposten

Oktober 20, 2009 by Ole · 7 Kommentare 

Wenn ich den Außenposten ausspiele hat er zunächst keine Wirkung für den aktuellen Zug. Das bedeutet schon einmal, dass er für den aktuellen Zug eher störend ist: Er nimmt den Platz einer Handkarte ein und benötigt für sein Ausspielen noch eine Aktion.

Der Außenposten hat also nur eine Wirkung, die den nächsten Zug betrifft. Der nächste Zug ist in diesem Fall ein Extrazug, den ich sofort nach dem aktuellen Zug mit 3 Handkarten durchführen kann. Den Außenposten kann man also auch wie folgt interpretieren:

Er erlaubt mir +3 Karten, +1 Aktion und +1 Kauf. Das ist ein sehr mächtiger Effekt, und eben weil der Effekt so stark ist, gibt es die Einschränkung, dass ich den Effekt des Außenpostens nicht sofort im aktuellen Zug erhalte, sondern erst in einem Extrazug.

Kauf des Außenpostens

Der Außenposten ist eine Karte, auf die man einerseits verzichten kann, welche einem aber andererseits auch den Sieg bringen kann. Hierbei ist es wichtig zu entscheiden, wann der Außenposten sinnvoll ist und wann er mir nicht so viel bringt bzw. wann er verzichtbar ist. Das hängt – wie so oft – mal wieder vom Setup ab.

  1. Der Außenposten ist eine sehr schlechte Startkarte und sollte nie in den ersten Runden gekauft werden. Beispiel: Wenn ich für 5GE den Außenposten direkt im ersten Zug gekauft habe, halte ich ihn plötzlich im dritten Zug auf der Hand, zusammen mit 4 Kupfer. Jetzt kann ich mir nur für 4GE etwas kaufen, weil der Außenposten auf meiner Hand stört. Dann ziehe ich im Extrazug plötzlich 2xAnwesen und 1xKupfer und kann mir für 1GE etwas kaufen, was ich nicht tun werde. Also hat mir auch der Extrazug nichts gebracht. Das bedeutet: Finger weg vom Außenposten in den ersten Runden.
  2. Wichtig beim Außenposten ist: Er bringt mir quasi einen „Extra-Kauf“. Liegen keine anderen Karten aus, die einen Extra-Kauf ermöglichen, so besteht in dem Extra-Zug des Außenpostens die einzige Möglichkeit, zwei Karten pro Spielrunde zu kaufen. Trotzdem ist dies kein gewöhnlicher Kauf, da man die Karten nicht zeitgleich kaufen kann.
  3. Ein Außenposten ist sinnlos in sehr großen Decks. Wenn man z. B. eine Gärten-Strategie spielt oder aber keine Entsorger im Setup liegen kann man oft auf den Außenposten verzichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass er in diesem Fall einen starken Extrazug (mit drei guten Handkarten) ermöglicht, ist sehr gering.
  4. In kleinen Decks kann der er hingegen sehr stark werden. In der Regel enthält ein kleines Deck nur noch gute Karte, da alle schlechten Karten entsorgt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, in diesem Fall drei taugliche Karten im Extrazug zu haben, ist recht hoch.
  5. Der Kauf eines einzelnen Außenpostens reicht aus und ein zweiter ist eher schlecht. Das liegt daran, dass ich erstens ohnehin nur einen Außenposten pro Zug einsetzen kann (ein zweiter bringt nichts mehr) und zweitens daran, dass der Außenposten nur eine „Pseudo-Dauerkarte“ ist. Der Außenposten wird nämlich schon am Ende des Extrazuges abgelegt. Das bedeutet, dass er während des Extrazuges nicht verfügbar ist, was aber nicht schlimm ist, da man ohnehin höchsten einen Extrazug durchführen darf. Ganz im Gegenteil: Das ist sogar gut, da der Außenposten dann im Extra-Zug nicht spammt. Im nächsten regulären Zug ist der Außenposten aber wieder verfügbar. Sprich: Selbst mit nur einem Außenposten kann ich (wenn es gut läuft) diesen jede Runde auf der Hand halten und 2 Züge durchführen. Das ist bei echten Dauerkarten anders: Echte Dauerkarten können nur alle 2 Runden auf meine Hand gelangen.
  6. Außenposten verträgt sich gut mit Card-Draw. Mit vielen +X-Karten Effekten kann man aus dem 3-Handkarten-Start schnell einen mächtigen Zug machen. Laboratorien, Lakaien, etc. sind hier gute Kandidaten für eine Außenposten-Strategie.

Kombinationen mit Außenposten

  1. Außenposten + Werft / Karawane: Spiele ich in meinen aktuellen Zug neben dem Außenposten zum Beispiel auch eine Werft aus, so darf ich zu Beginn meines Extra-Zuges 2 Karten ziehen und starte den Extrazug ebenfalls mit 5 Karten. Ich führe also quasi einen weiteren vollwertigen Zug aus. Auf diese Weise kann jede Dauerkarte (insbesondere auch noch die Karawane) meinen Extrazug ungemein stärken.
  2. Außenposten + Hafen: Mithilfe des Hafens kann ich Karten, die ich im normalen Zug nicht benötige, in den Extra-Zug verschieben. Das ist besonders dann hilfreich, wenn es keine Extra-Käufe im Setup gibt. Auf diese Weise kann ich meinen zweiten „Kauf“ im Extra-Zug stärken.
  3. Außenposten + Lakai: Mit einem Lakai auf der Hand lässt sich die schlechtes Ausgangslage des Extra-Zuges von 3 Karten auf 4 Karten verbessern.

Fazit:

Der Außenposten kann eine sehr starke Karte sein. Besonders in Entsorgungs-Strategien und Card-Draw-Decks ist der Kauf eines Außenpostens sein Geld wert. Mehr als einer lohnt in der Regel nicht. Mit zunehmender Größe des Decks kann auch ein zweiter Außenposten seinen Nutzen haben. Wenn man sein Deck geschickt aufbaut, kann der eine Außenposten das Spiel drehen. Trotzdem ist der Außenposten in vielen Setups auch verzichtbar, gerade in langsamen Setups, in denen wenige Aktionsgeber oder Card-Draw-Karten enthalten sind, kann der Außenposten sogar hinderlich sein, weil er zum einen den aktuellen Zug stört (da er nichts bringt) und zum anderen der Extra-Zug mit großer Wahrscheinlichkeit schwach ist. Man sollte sich daher gut überlegen, ob man die eine freie und auch kostbare Aktion für einen Außenposten „opfert“. In schnellen und aktionsreichen Runden gibt’s aber von mir ne Kaufempfehlung.

200Aussen

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