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Ausguck

Ausguck

Oktober 20, 2009 by · 31 Kommentare 

Ausguck

Der Ausguck kostet 3GE und erlaubt es einem, die nächsten 3 Karten anzuschauen. Eine wird entsorgt, eine auf den Ablagestapel und eine auf den Nachziehstapel gelegt. Zusätzlich gibt der Ausguck +1 Aktion.
Der Zweck des Ausgucks ist folglich das Entsorgen von Karten. Wie stark ist der Ausguck in dieser Hinsicht? Wenn der Ausguck der einzige Entsorger ist, will man sicherlich einen haben, aber wie schlägt er sich im Vergleich zu den anderen? Auf den ersten Blick fällt auf, dass man die zu entsorgenden Karte nicht kontrollieren kann, unter Umständen muss man sogar eine Karte entsorgen, die man lieber behalten würde. Somit wirkt der Ausguck recht gefährlich, und man ist vielleicht geneigt, lieber einen anderen Entsorger zu wählen (so einer im Setup ist), um auf der sicheren Seite zu sein.

Auf dem zweiten Blick sollte man dem Ausguck aber doch eine Chance geben, da er einige Eigenschaften hat, die ihn interessant werden lassen: Zuerstmal sind das die Kosten von 3GE und die +Aktion: Damit lässt er sich ohne Risiko mit vielen anderen Standardstartkarten bei 3/4-Start kombinieren: Ausguck+Geldverleiher/Müllverwerter erlauben ein schnelleres Entsorgen zum Start, Ausguck+Trickser/Miliz erlauben es, Angriff und Entsorger beide in den ersten Runden zu kaufen, ohne das die Gefahr besteht, das man einen von beiden nicht spielen kann. Zusätzlich ist der Ausguck vielleicht nicht der stärkste Entsorger (unkontrolliert, kein Bonus für den aktuellen Zug wie zB Geldverleiher), aber er lässt sich wie gesagt gut mit anderen Entsorgern kombinieren. Und zwei Entsorger sind stärker als einer. Somit ist die Frage, die man sich stellen sollte nicht: “Entsorger X oder Ausguck?”, sondern “Entsorger X und Ausguck?”. Der Preis, den das schnellere Entsorgen kostet ist, dass man mittelfristig 2 Entsorger im Spiel hat, die evtl. nichts mehr zu tun haben, und die man irgendwie wieder los werden sollte. Hier ist dann wichtig einzuschätzen, wie gut man die beiden (oder zumindest einen) Entsorger wieder los wird, und wie lange man sie brauchen wird (Flüche können den Zeitpunkt deutlich nach hinten verschieben und somit den doppelten Entsorger wertvoller machen).

Der Ausguck ist relativ schnell, denn er entsorgt die Karten schon bevor sie eigentlich auf der Hand wären, und stärkt damit (und durch die abgelegte Karte) schon direkt den nächsten Zug und nicht erst die Züge nach dem nächsten Mischen. Der Ausguck ist aber ganz klar ein Entsorger für ein schlechtes Deck, idealerweise kann man ihn im Mittelteil des Spiels um/an/ausbauen oder andersartig loswerden. Mit ihm aus einem hochwertigem Deck 2 Flüche rauszufischen ist wohl zu riskant. Es sei denn man hat Helfer:

Klassische Helfer für den Ausguck sind Karten, die einem Informationen über die obersten Karten des Nachziehstapels liefern. Der Späher sei hier mal angeführt, mit dem man zu erst die Punktekarten auf die Hand evakuieren kann (wer will schon Provinzen entsorgen?) und dann weiß, ob sich in den nächsten 3 Karten noch ein Kupfer/Fluch oder sonst eine ungewollte Karte befindet. Der Späher behindert allerdings das Entsorgen von Anwesen, da diese ja auf der Hand landen und somit vom Ausguck nicht mehr gezogen werden können. Man sollte sich den Späher daher erst zulegen, wenn die Anwesen schon aus dem Deck sind und man nur noch die letzten Reste Kupfer aus dem Deck filtern will. Vorher braucht man ihn in der Regel aber auch nicht, da der Ausguck da auch alleine zuverlässig schlechte Karten trifft.
Gegnerische Geisterschiffe, Bürokraten und Seehexen sind ebenfalls Karten, die einem Informationen über die nachgezogenen Karten geben und mit denen man diese Karten sogar beeinflussen kann. Gegnerische Spione bringt man auch in ein Dilemma, eigentlich möchte der Gegner uns die schlechten Karten auf dem Ablagestapel liegen lassen, aber dann serviert er die dem Ausguck auf dem Silbertablett.
Man kann seine Chancen auf das erfolgreiche Einsetzen des Ausgucks auch selbst einschätzen, wenn man während des Spieles im Kopf nachhält, wie viele schlechte Karten noch im Deck sind und wie viele sich davon noch im Nachziehstapel befinden. Gerade, wenn der Nachziehstapel kleiner wird kann man dann oft schon fast sicher einschätzen, ob der Ausguck hilfreich oder gefährlich sein wird. Dies sollte man immer machen, wenn man mit Ausguck spielt, und auch bei vielen anderen Karten ist es hilfreich.

Wie alle Karten, die +1Aktion +0Karten geben, harmoniert der Ausguck gut mit der Bibliothek oder ähnlichen Karten. Für sich allein genommen ist das sicherlich noch keine spielbare Taktik, aber er fügt sich damit gut in Bibliothekstaktiken (zB Jahrmarkt+Bib) ein. Uninteressant wird der Ausguck durch wichtige 5er-Karten, die man am Start möglichst schnell haben möchte, wie Hexe oder Anbau, da der Ausguck (im Vergleich zum Silber) die Chance verringert, dass man in Runde 3/4 auf 5GE kommt. Der Anbau ist in den meisten Fällen sogar ein Ausschlusskriterium, da der Ausguck das Erwerben des wesentlich besseren Entsorgers Anbau behindert. Und in einem Setup mit Kapelle sucht der Ausguck natürlich auch vergeblich nach einem Sinn.

Fazit:
Der Ausguck ist keine Karte, die das Spiel dominiert, dafür ist sie zu zufällig. Allerdings lässt sie sich bei 3/4er-Start gut in das Deck einflechten, um das Säubern zu beschleunigen, gerade wenn starke 4erKarten liegen. Wenn er ausliegt ist er zumindest einen kurzen Gedanken wert, ob man ihn nicht zum Start kaufen möchte. Selbst, wenn die Antwort dann negativ ausfällt. Mit steigender Deckqualität wird der Ausguck immer riskanter, man sollte sein Deck oder noch besser seinen Nachziehstapel gut im Kopf haben, um abschätzen zu können, ob nicht eher Gefahr durch das Ausspielen ausgeht, als dass es hilft, und ab wann man lieber versuchen sollte, den Ausguck loszuwerden.

Gut mit: Karten, die Informationen über den Nachziehstapel liefern (Späher, Spion)
Gut gegen: Angriffe, die Informationen über den Nachziehstapel liefern (Geisterschiff, Bürokrat, Spion, Seehexe)
Schlecht mit: Kapelle, wichtigen 5erKarten
Schlecht gegen: ?

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