Späher
Späher
Juli 12, 2009 by admin · 6 Kommentare
- Kosten: 4
- Nutzen: Decke die obersten 4 Karten von deinem Nachziehstapel auf. Nimm alle aufgedeckten Punktekarten auf die Hand. Lege die übrigen Karten in beliebiger Reihenfolge verdeckt zurück auf deinen Nachziehstapel.
- Kartentyp: Aktion
Der Späher gehört zu den Karten, deren Stärke man nicht gleich einschätzen kann. Das liegt daran, dass die Stärke stark von den anderen Karten im Vorrat abhängt. Auf den ersten Blick wird man an den Spion erinnert, denn das war die erste Karte, bei der man auf die nächste Karte im Nachziehstapel schauen kann. Aber der Späher unterscheidet sich doch stark vom Spion, da dieser keine Angriffskarte ist und damit nur auf den eigenen Stapel wirkt.
Basisfunktionen
+1 Aktion hilft einem, wenn man danach noch weitere Aktionskarten spielen will, weil man dazu dann nicht extra einen Aktionsgeber braucht (Dorf, Bergwerk, Armenviertel, Jahrmarkt, …). Die Karte ist allerdings nicht handneutral, denn die Anzahl der Karten in der Hand wird erst einmal um eins reduziert, weshalb man nicht unbedingt 2 davon auf der Hand halten will.
Schauen wir kurz auf die Kosten: Mit 4 gehört sie preislich in das Mittelfeld. Sollte man über eine Werkstatt oder eine Eisenhütte verfügen, ist ein zusätzlicher Späher im späteren Spielverlauf sicher eine gute Wahl.
Spezielle Fähigkeit
Kommen wir jetzt zu der speziellen Fähigkeit, die eigentlich aus zwei Teilen besteht. Der erste: „ Decke die obersten 4 Karten von deinem Nachziehstapel auf. Nimm alle aufgedeckten Punktekarten auf die Hand.“ Hier ist der erste Eindruck: „Was soll ich denn bitte mit den Punktekarten auf der Hand, die bringen doch nichts.“ Das ist erstmal richtig, aber der Vorteil ist, dass diese Punktekarten im nächsten Zug nicht stören. Somit ist der Späher zwar keine Aktions-Dauerkarte, aber sein Ausspielen kann sich auf die nächste Runde auswirken.
Der zweite Teil der speziellen Fähigkeit ist auch sehr interessant: „ Lege die übrigen Karten in beliebiger Reihenfolge verdeckt zurück auf deinen Nachziehstapel.“ Hierbei ist das Wort „beliebig“ von großer Bedeutung, das heißt man kann sich aussuchen, in welcher Reihenfolge man die Karten zurücklegt. Wenn man keine Aktionskarte hat, mit der man weitere Karten nachziehen darf, ist das natürlich egal. (Aussenposten betrachten wir hier nicht.) Aber wenn wir diese haben, dann können wir uns überlegen, ob wir diese Aktionskarte spielen wollen und welche wir ziehen. (Achtung, hier sollte man sich nicht vertun und Aktionskonto und Reihenfolge im Blick behalten, also schön Zeit lassen beim Zug ausführen.)
Alles in allem sieht man, dass die Spielweise des Spähers nicht einfach ist und verschieden angewendet werden kann. Entweder man bekommt ein paar Punktekarten auf die Hand und der nächste Zug wird dann wahrscheinlich stärker, oder man kann die oberen Karten seines Nachziehstapels umsortieren und weiß, dass man z.B. mit dem Ausspielen der Schmiede Geld auf die Hand bekommt und nicht Aktionskarten, die man nicht spielen kann, weil dann das Aktionskonto leer ist.
Kombination und Strategien
Interessant wird es mit Kombikarten, so kann man mit dem Späher die Karten Harem, Adlige, Große Halle oder Insel auf die Hand nehmen. Vor allem beim Harem kann das dazu führen, dass man die entscheidenden 8 Geld zusammen bekommt um eine Provinz zu kaufen. Für die Insel sei noch gesagt, dass man hier ja gerne weitere Punktekarten hinschicken möchte, das heißt der Späher ist ideal, um sich diese auf die Hand zu holen
Interessant ist es durchaus auch, mit dem Späher bei 3 / 4 zu starten. Für 3 kauft man sich ein Silber und mit 4 den Späher, mit etwas Glück kann man den Späher spielen und im nächsten Zug 5 oder sogar 6 Geld halten und sich wertvolle Karten oder sogar Gold sichern. Diesen Start würde ich aber nur empfehlen, wenn kein Geldverleiher oder Baron ausliegt, dort ist meistens das Geld am Anfang sinnvoller investiert. Wenn man einen Baron hat, dann ist der Späher natürlich ein willkommener Partner, da man sich dann zum Baron das notwendige Anwesen auf die Hand holen kann.
Ein Wort noch zum Bürokraten: Der Späher ist hierzu eine Konterkarte, da man die abgelegte Punktekarte wieder auf die Hand bekommt.
Der Späher passt auf den ersten Blick auch gut zu Kapelle und Keller. Wobei ich bei einer Kapellen-Strategie lieber auf den Späher verzichte und versuche, diese sauber durchzuziehen und vielleicht am Ende einen Späher kaufe, aber nicht am Anfang. Genauso scheint Späher und Keller eine einladende Kombination zu sein, aber dafür muss man am Anfang des Zuges sowohl Späher als auch Keller auf der Hand halten, um erst mit dem Späher Punktekarten zu bekommen, die man dann mit dem Keller ablegen kann. Beide auf der Hand zu halten hängt stark vom Zufall ab und ist je nach Deck zu unwahrscheinlich, um darauf zu spekulieren.
Noch eine Anmerkung, wie ich den Späher im Thronsaal spiele, weil das für Anfänger immer nicht einfach ist. Als erstes spiele ich den Thronsaal, danach den Späher im Thronsaal. Das heißt ich bekomme +1 Aktion und schaue mir die oberen 4 Karten an. Die Punktekarten nehme ich auf die Hand, die übrigen lege ich zurück. Dann wird der Späher das zweite Mal gespielt, ich bekomme wieder +1 Aktion und ziehe die oberen 4 Karten und schaue sie mir an, wobei ich hier schon einige kennen sollte, und nehme davon die Punktekarten auf die Hand. (Dies können maximal nur so viele sein, wie beim ersten Mal, als der Späher ausgespielt wurde.) Jetzt sortiere ich die restlichen Karten in gewünschter Reihenfolge und lege sie zurück. Da man nicht 8 Karten anschauen kann, sondern immer nur die oberen 4, ist der Späher nicht sehr stark im Thronsaal, aber man erhält +2 Aktionen, was gut ist, falls keine starken Aktionsgeber (Dorf und Co.) im Spiel vorhanden sind.
Zusammenfassung
Der Späher ist sicherlich immer einen Kauf wert. In knappen Partien kann er den entscheidenden Vorteil bringen, wenn man am Ende das Gefühl der „Verstopfung“ durch Punktekarten hat, weil das Spiel doch nicht so schnell entschieden ist wie gewünscht.
Zum Späher gibt es für euch von mir das Fazit: Kaufen, spielen, probieren und viel Spaß haben!
Dieser Artikel steht unter CC-NC-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/)
Autor: Markus






