Dominion – Erweiterungen und Strategien für das Spiel des Jahres 2009 | Dominionblog.de
Weinberg

Weinberg

April 17, 2010 by · 9 Kommentare 

Weinberg

Der Weinberg ist eine Punktekarte, vergleichbar mit den Gärten aus dem Grundspiel, mit dem Unterschied, dass sie lediglich von Aktionskarten profitiert. Ein weiterer wichtiger Unterschied sind die Kosten von einem Trank, was zu einigen strategischen Besonderheiten führt.

Sehr häufig spielt der Weinberg eine eher untergeordnete Rolle und wird in Alchemisten-Setups lediglich im Endgame nebenbei mitgenommen, um einige Extrapunkte zu ergattern. Das ist nicht wirklich effektiv, kann aber durchaus einen Unterschied ausmachen, und man sollte die Karte daher nie ignorieren. Es ist aber – ähnlich wie bei den Gärten – auch eine eigene Strategie mit Weinbergen möglich.

Die Weinbergstrategie

Die Strategie basiert in der Regel hauptsächlich darauf, durch den Kauf von vielen Aktionen und Weinbergen sehr schnell drei Stapel zu leeren und damit das Spiel zu beenden, bevor der Gegner dazu kommt, hohe Punktekarten (Provinzen, Kolonien) zu kaufen. Damit das funktionieren kann, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. Punkte, die eine Weinbergstrategie begünstigen, sind:

  • Es sind Zusatzkäufe verfügbar
  • Es liegen günstige, nicht terminierende (d. h. sie geben +1 Aktion) Aktionskarten aus
  • Es sind Karten verfügbar, die nebenbei zusätzliche Karten besorgen (Werkstatt, Eisenhütte, Universtität…)
  • Es sind günstig zu beschaffende Ketten möglich (Dorf/Schmiede, Universtität/Schmiede …)
  • Es liegen Fluchverteiler aus (d. h. es werden schneller 3 Stapel geleert)
  • Es gibt Kartenstapel im Vorrat, die erwartungsgemäß schnell leer sind (Insel, Dorf …)
  • Der Gegner verfolgt keine sehr schnelle “konventionelle” Strategie (Kapelle/Laboratorium …)

Zusatzkäufe sind hier enorm wichtig, da der Weinberg nur einen Trank kostet und man diesen Trank sowie das übrige Geld natürlich vollständig nutzen will – idealerweise für den von einer Aktionskarte und eines Weinbergs. Diese Aktionskarten sollten keine terminierenden Aktionen sein, da sie sonst das Deck zu sehr verstopfen und nicht schnell genug zum Kauf eines neuen Weinberges kommt. Tolle Kandidaten sind hier zum Beispiel Große Halle, Handlanger, Dorf, Hafen oder Keller. Sehr günstig ist es, wenn man diese Aktionskarten mit anderen Aktionen quasi nebenbei beschaffen kann. Die ideale Karte hierfür ist die Universtität, die darüber hinaus noch ein Aktionsgeber ist, zum Ausspielen von weiteren Supportkarten oder zur Realisierung von Ketten verhilft. Eine solche Supportkarte ist zum Beispiel auch der Kräuterkundige, der sowohl den Extrakauf bietet, also auch die Fähigkeit hat, den wichtigen Trank für die nächste Runde zurückzulegen. Kauft man allerdings Kräuterkundige im großen Stil, sollten unbedingt Aktionsgeber dazu gekauft werden. Weiterhin lässt sich auch die Vision hervorragend in die Weinbergstrategie integrieren, da sie von vielen Aktionen profitiert.

Bezüglich der Tränke sollte man bei Weinbergstrategien – anders als mit den meisten anderen Alchemisten-Karten – durchaus mehrere kaufen, um eine konstante Weinbergversorgung zu gewährleisten. Stehen ausreichend Zusatzkäufe zur Verfügung kann man so auch häufig mehr als einen Weinberg pro Runde kaufen.

Gärtenstrategien haben immer den Nachteil, dass der Gegner sie schnell durchschauen und mit dem eigenen Kauf von Gärten recht effektiv kontern kann. Das ist bei Weinbergen nicht mehr in diesem Maße der Fall, da der Gegner meist höchstens 1-2 Tränke (manchmal auch gar keinen) haben wird und somit sehr unflexibel bezüglich möglicher Konterkäufe ist. Darüber hinaus wird er zunächst häufig seinen Trank nicht für einen Weinbergkauf opfern wollen. Man kann daher durchaus schon früher im Spiel anfangen, Weinberge zu kaufen (also seine Strategie offenlegen) und damit auch das Spiel früher beenden.

Im Gegensatz zu den Gärten ist es mit Weinbergen in extrem geeigneten Setups (z. B. mit Universitäten, Werkstätten, Visionen, Handlanger etc.) sogar möglich, das Spiel zu gewinnen, selbst wenn der Gegner alle Provinzen bekommen sollte. Schon mit 18 Aktionen im Deck ist der Weinberg genauso viel wert wie eine Provinz (ein Garten müsste hierfür 60 Karten anhäufen), und man kann so schon früh uneinholbar in Führung gehen. Sind Kolonien im Setup, sollte man aber weiterhin eher darauf aus sein, möglichst schnell drei Stapel zu leeren.

Wenn der Gegner eine Weinbergstrategie verfolgt

Wie gesagt, eine Weinbergstrategie ist schwerer zu kontern als eine Gärtenstrategie, da man nicht einfach mit beliebigen 4 GE selbst einige dieser Karten kaufen kann. Wenn man also nicht ohnehin in der Lage ist, mit einer sehr effektiven Strategie schnell viele Provinzen zu kaufen, dann sollte man tunlichst versuchen, sich selbst irgendwie zumindest 2 oder 3 Weinberge zu holen – auch wenn man alleine dafür einen Trank kaufen muss. Andernfalls ist das Spiel unter Umständen schneller vorbei, als man zu glauben wagt.

Das Kaufen eines Trankes im Endgame kann sich auch lohnen, wenn kein Spieler eine Weinbergstrategie verfolgt. Vor allem, wenn der Gegner Tränke komplett ignoriert, ist es so unter Umständen möglich, die letzten nötigen Zusatzpunkte mit den Weinbergen zu holen.

Fazit:

Der Weinberg kann viel mehr sein als eine kleine Nebenstrategie zum letzten Punktesammeln im Endgame. Liegen nämlich die richtigen Supportkarten aus, ist eine echte Hauptstrategie um die Weinberge häufig sogar effektiver als um Gärten, da sie deutlich schwerer zu kontern ist. Ähnlich wie bei den Gärten sollte man bei einem ausliegende Weinberg immer kurz überlegen, ob sich nicht vielleicht eine entsprechende Strategie lohnen könnte.

Gut mit: billigen und nicht terminierenden Aktionen; Zusatzkäufen; Kartennehmern (Werkstatt …); Aktionsgebern; Fluchverteilern; Vision
Gut gegen: -
Schlecht mit: allen Setups, die keine der gegebene Voraussetzungen erfüllen (Zusatzkäufe, billige Aktionen etc.)
Schlecht gegen: schnelle “konventionelle” Strategien

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