Kräuterkundiger
Kräuterkundiger
April 13, 2010 by Ole · 9 Kommentare
Der Kräuterkundige ist eine Karte für 2 GE, die je nach Setup ziemlich stark oder auch mehr oder weniger überflüssig sein kann.
Neben den soliden 1 GE, die die Karte zusätzlich bringt, kann besonders der Extrakauf (der hier erfreulicherweise mit einer sehr günstigen Karte zu bekommen ist) äußerst wertvoll sein, wenn keine anderen Karten mit dieser Option ausliegen. Die eigentliche Stärke des Kräuterkundigen ist allerdings das Kleingedruckte: Man darf eine ausgespielte Geldkarte nach der Kaufphase auf den Nachziehstapel legen, um diese im nächsten Zug sofort wieder zu ziehen.
Kombinationen
Schon sehr intuitiv wird klar, dass diese Karte mit mehr guten Geldkarten im Setup (also vor allem auch mit Geld-Königreichkarten) besser wird, da man diese mit der Zusatzoption schon in der nächsten Runde wieder nutzen kann. Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten sollen hier exemplarisch nur die allerbesten Kombinationen beispielhaft dargestellt werden:
- Stein der Weisen:
Nicht umsonst ist der Kräuterkundige aus der Alchemisten-Erweiterung, denn sein Effekt ist mit einigen Trankkarten besonders gut. Mit dem Stein der Weisen wirkt er in gewisser Hinsicht sogar doppelt: Einmal kann man den häufig einzigen Trank im Deck zurücklegen, um ihn im nächsten Zug wieder zum Kauf eines Stein der Weisen zu verwenden (man will von dieser starken Geldkarte ja meist möglichst viele haben), und man kann natürlich den Stein selbst zurücklegen, der in geeigneten Decks durchaus mal mehr als 5 GE (was einem Platin entspräche) bringen kann. Mit dem Stein der Weisen sollte man daher auch deutlich mehr als einen Kräuterkundigen kaufen, auch weil das Deck groß genug ist, um viele terminierende Aktionen zu haben. Mit Zusatzaktionen kann es sogar einmal möglich sein, pro Zug mehrere Steine zurückzulegen.
- Alchemist:
Der Alchemist profitiert ebenfalls in doppelter Art und Weise von dem Kräuterkundigen. Zum einen kann man einen Trank zurücklegen, um im nächsten Zug weitere Alchemisten zu kaufen (auch davon will man ja meist sehr viele haben, um ein echtes Durchlaufdeck aufzubauen), und man kann den Trank natürlich zurücklegen, um den Alchemisten selbst zurücklegen zu dürfen. Kommt so eine Strategie einmal in Schwung, ist sie häufig kaum noch zu stoppen – zumal der Kräuterkundige quasi nebenbei den für solche Kettendecks essentiellen Extrakauf bereitstellt.
- Weinberg:
Der Weinberg ist meist keine eigene Strategie, sondern in vielen Fällen eher eine Art “Substrategie” in Trankdecks mit vielen Aktionen und Zusatzkäufen, die man im Endgame mitlaufen lässt, um noch ein paar Extrapunkte zu ergattern. Mit dem Kräuterkundigen (auch als Karte, die essentiell nötige Zusatzkäufe bringt) und geeigneten Aktionsgebern kann man aber tatsächlich eine Weinbergstrategie fahren. Tränke und andere Geldkarten legt man zurück, um auch in einem irgendwann sehr punktelastigen Deck dennoch konstant Weinberge, weitere Kräuterkundige (gut, weil billig) und Aktionsgeber zu kaufen. Die besten Aktionsgeber hierfür sind günstige Karten wie das Dorf, Eingeborenendorf oder Fischerdorf, oder natürlich die Universität, welche nebenbei auch noch die Weinberge füttert. Gerade mit Universität sollte man dann aber wohl schon ein paar mehr Tränke kaufen, um die verschiedenen Trankkarten auch kontinuierlich beziehen zu können. Ziel sollte es hier sein, möglichst schnell Weinberge und zwei andere Stapel zu leeren und das Spiel mit den Weinbergpunkten zu gewinnen.
- Platin/Kolonie:
Dass gute Geldkarten den Kräuterkundigen stärker machen, wurde ja schon erwähnt. Mit besonders guten Geldkarten, wie dem Platin, wird er aber fast essentiell, da man sich für die nächste Runde schon einmal mindestens 5 GE sichern kann. Besonders stark sind die Kräuterkundigen in mittelmäßig laufenden Ketten mit ausreichend Aktionen. Hier kann man mit 2-4 Kräuterkundigen im Deck fast konstant 2 oder mehr Geldkarten zurücklegen und so aus jedem Zug einen starken Zug machen. In flüssigen Durchlaufdecks ist er natürlich (abgesehen vom Extrakauf) obsolet, weil man hier ohnehin alle Karten auf die Hand ziehen will.
Wie viele Kräuterkundige?
Wie viele Kräuterkundige man kauft, hängt wie bei allen terminierenden Aktionen (also Karten, die effektiv eine Aktion verbrauchen) davon ab, wie viele Aktionsgeber zur Verfügung stehen. Sind diese begrenzt, sollte man sich auf etwa 2 Kräuterkundige beschränken, hat man aber z. B. Dörfer en masse, kann man die Anzahl durchaus auf rund 4 hochschrauben. Im oben angesprochenen Beispiel der Weinbergstrategie will man natürlich möglichst alle, um das Spiel früh zu beenden.
Wann man eher keine Kräuterkundige kaufen sollte
Nun, ein wirkliches No-Go ist der Kräuterkundige eigentlich nie, weil man immer mal die Möglichkeit hat, mit etwas Glück ein Gold für den nächsten Zug zurückzulegen. Aber es gibt natürlich Setups, in denen man den Kräuterkundigen nicht unbedingt braucht oder wo er als terminierende Aktion sogar eher störend wäre. Ausschlusskriterien gegen die Karte wären zum Beispiel:
- Es gibt andere gute Aktionen, die einen Zusatzkauf bieten (Markt, Jahrmarkt, etc.)
- Es gibt keine Aktionsgeber (Dorf, Jahrmarkt …), d. h. sehr wahrscheinlich werden andere terminierende Aktionen – deren Anzahl man in solchen Setups beschränken sollte – wichtiger als der Kräuterkundige
- Es liegen keine zusätzlichen guten Geldkarten aus (Platin, Stein der Weisen, Bank …)
- Das Spiel wird (z. B. wegen ausliegenden Dieben) stark von virtuellem Geld dominiert, wovon auch ausreichend ausliegt
- Es ist ein schnelles Spiel mit echtem Durchlaufdeck absehbar (z.B. Kapelle, Laboratorium, Markt)
Je mehr dieser Kriterien zutreffen, desto unnötiger oder sogar störender wird der Kräuterkundige. Jahrmärkte und Piratenschiffe lassen ein weitgehend geldloses Spiel erwarten und machen den Kräuterkundigen sehr überflüssig (abgesehen davon, dass er selbst 1 GE bringt, was aber auch nicht besonders stark ist). In einem Deck ohne jeden Aktionsgeber wird man auch nur dann zum Kräuterkundigen greifen wollen, wenn die ausliegenden Geldkarten so gut sind, dass sich die Karte im Deck auch wirklich lohnt.
Fazit:
Der Kräuterkundige kann in einigen Fällen eine sehr starke und günstige Supportkarte sein. Vor allem in Tranksetups oder mit guten Geldkarten kann einem der eine oder andere Kräuterkundige zum Sieg verhelfen. Ist das allerdings nicht der Fall, oder ist ein effektives Durchlaufdeck möglich, das den Zusatzkauf nicht benötigt, kann man getrost auf die Karte verzichten.
Gut mit: Alchemist, Weinberg, Stein der Weisen, sonstige gute Geldkarten
Gut gegen: -
Schlecht mit: Strategien, die nicht auf Geld basieren
Schlecht gegen: -






