Dominion – Erweiterungen und Strategien für das Spiel des Jahres 2009 | Dominionblog.de
Golem

Golem

April 17, 2010 by Ole · 24 Kommentare 

Golem

Kosten: 4 + Trank
Nutzen: Decke so lange Karten von deinem Nachziestapel auf, bis zwei Aktionskarten (ausser Golem-Karten) offen liegen. Lege sofort alle übrigen aufgedeckten Karten ab und spiele die beiden Aktionskarten in beliebiger Reihenfolge.
Kartentyp: Aktionskarte

Der Golem ist eine Aktionskarte aus der Erweiterung “Die Alchemisten”. Wie fast alle Karten aus besagter Edition kostet er neben den 4 GE noch einen Trank. Es stellt sich dabei zuerst die Frage, ob es sich lohnt, überhaupt einen Trank zu kaufen, schliesslich können damit, und darum geht es ja bei Dominion schlussendlich, keine Punktekarten gekauft werden (abgesehen vom Weinberg). Wie immer kommt es hierbei auf das Setup und auf die entsprechende Strategie an. Aufgrund der Kosten der Karte ändert sich sodann bereits der Wert von anderen Karten. Hierzu sei auf die entsprechenden Ausführungen bei der Karte “Trank” verwiesen. Hinsichtlich des Golem sollte man ihn aber auf alle Fälle erst dann kaufen, wenn man in einem Folgezug die 4GE und den Trank zusammenbringt.

Vorderhand ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Golem um eine der anspruchsvolleren Aktionskarten aus der Welt von Dominion handelt. Es ist oft nicht einfach zu entscheiden, ob man sich überhaupt einen kaufen und auch ob und wie man ihn spielen soll. Für letzteres ist es auf alle Fälle notwendig zu wissen, welche anderen Aktionskarten überhaupt im eigenen Deck sind.

Ich möchte nun zunächst auf einige Aktionskarten hinweisen, die im Zusammenhang mit dem Golem problematisch sein können, weil man sie vielleicht gar nicht spielen möchte. Hierzu gehören Karten, die einen dazu zwingen, andere Karten zu entsorgen, wie beispielsweise die Verwandlung. Hat man also ausser dem Golem ausschliesslich gute Karten auf der Hand, so muss man eine davon entsorgen und dafür wieder eine Verwandlung oder ein Herzogtum nehmen. In einem solchen Moment ist es natürlich von Vorteil, wenn es sich bei der zweiten Aktionskarte um einen Kartenzieher (z.B. Schmiede) handelt, die man dann zuerst spielen kann. Auch andere Karten können dem eigenen Deck schaden. So muss man mit dem Baron ein Anwesen nehmen, wenn man keines auf der Hand hat, was selten hilfreich ist.

Welche Karten können nun gut mit dem Golem kombiniert werden? Manchmal kommt es vor, dass im Setup keine Aktionskarten mit + Aktionen ausliegen. Das bedeutet, dass man in einer entsprechenden Runde bloss eine Aktionskarte spielen kann. Gleichwohl liegen vielleicht mehrere starke Karten aus, die man gerne in seinem Deck haben möchte (z.B. Trickser, Hexe, Halsabschneider…). Hier hilft nun der Golem. Gerade starke Angriffskarten sind besonders gut geeignet, um sie mit ihm zu kombinieren. Kann man beispielsweise mit dem Halsabschneider den Gegner regelmässig dazu zwingen, seine Handkartenzahl bis auf 3 zu reduzieren, dann wird dieser vielleicht bald entnervt aufgeben. Sind noch Karten mit +1 Aktion im Setup (z.B. Spion), dann macht es Sinn, sich die eine oder andere davon zu kaufen, um auch nach dem Spielen des Golem noch eine Aktionskarte, die man (inzwischen) auf der Hand hat, auslegen zu können.

Sodann stellt sich die Frage, wieviele Golems man in seinem eigenen Deck haben sollte. Dies kommt natürlich einerseits auf die Deckgrösse und darauf, wieviele andere Aktionskarten man bereits gekauft hat, an; andererseits ist auch wesentlich, um welche es sich dabei handelt. Sind Kartenzieher (z.b. Schmiede) mit dabei, dann sollten weniger Golems gekauft werden, da die Gefahr besteht, dass plötzlich keine Aktionskarten mehr gefunden werden können. Man sollte also immer vor Augen halten, dass der Golem dazu da ist, zwei andere Aktionskarten auszuspielen.

Besonderer Erwähnung bedarf im Zusammenhang mit dem Golem der Thronsaal (und damit auch der Königshof), da dadurch gleich 4 (bzw. 6) Aktionskarten gespielt werden können. Hat auch nur eine davon eine +Aktion (z.B. Hafen), so steht auch anschliessend noch eine Aktion zur Verfügung. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich unter den beiden durch den Golem gefundenen Aktionskarten ein Thronsaal befindet. Da dieser nicht auf die zweite Aktionskarte gespielt werden kann, ist es möglich, dass er entweder nutzlos verpufft, oder auf eine Handkarte gespielt werden muss, die man eigentlich gar nicht hätte spielen wollen (z.B. Verwandlung, Baron usw.). Zu viele sollte Thronsaale / Königshöfe sollte man also nicht im Deck haben. Gleichwohl ist die Kombination Thronsaal – Golem als stark einzustufen.

Gerade wenn man noch andere Aktionskarten auf der Hand hat, ist es oft schwierig zu entscheiden, wann und wie man den Golem spielen will. Entscheidend ist hierbei wie gesagt, dass man sein Deck und die sich darin befindlichen Aktionskarten mehr oder weniger kennt. So kann man ungefähr abschätzen, welche beiden Aktionskarten als nächstes gespielt werden. Hat man eine Aktionskarte mit +2 Aktionen (z.B. Dorf) auf der Hand, so ist es meist sinnvoll, diese noch vor dem Golem zu spielen, um anschliessend (wenn z.B. 2 Schmieden gezogen werden) mit Sicherheit noch eine Aktion offen zu haben. Beim Spielen des Golem sollte man überdies immer gut überlegen, welche der beiden Aktionskarten man zuerst spielen will. In der Regel ist es aufgrund der Flexibilität sinnvoller, erst den Kartenzieher (z.B. Schmiede) oder den Deckmanipulator (z.B. Spion) vor der anderen Karte zu spielen. Auch bei Angriffen auf das gegnerische Deck kann es einen grossen Unterschied machen. So sollte zum Beispiel der Trickser vor dem Gesindel bzw. Geisterschiff gespielt werden.

Da die anderen aufgedeckten Karten abgelegt werden, kann der Golem ausserdem ein guter Konter gegen das Geisterschiff sein, wobei die unbrauchbaren Karten (in der Regel die Punktekarten) bei dessen Angriff einfach auf den Nachziehstapel zurückgelegt werden. Spielt man in der Folge den Golem, dann werden diese abgelegt und stören in der anschliessenden Runde nicht.

Insgesamt gesehen ist der Golem eine Karte, die anspruchsvoller zu spielen ist als viele andere Karten aus der Welt von Dominion und bei welcher man das eigene Deck möglichst gut kennen sollte. Tut man dies, so kann er jedoch sehr stark sein.

gut mit: Thronsaal, Besessenheit, Königshof, Angriffskarten (z.B. Halsabschneider), Karten die den Nachziehstapel manipulieren (z.B. Apotheker)
gut gegen: Trickser, Schmuggler, Geisterschiff
schlecht mit:
Karten, die hauptsächlich in Kombination mit anderen Karten gut sind (z.B. Verwandlung, Baron, Schatzkarte)
schlecht gegen: -

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