Dominion – Erweiterungen und Strategien für das Spiel des Jahres 2009 | Dominionblog.de
Stadt

Stadt

September 18, 2010 by · 15 Kommentare 

Stadt

Die Stadt ist wohl einer der Karten bei Dominion die beim Auspacken und ersten Ansehen Verwunderung hervorruft. (so bei mir auch)
Man bekommt für Kosten von 5 erstmal ein Dorf. Das ist erstmal relativ wenig und macht die Stadt zur wohl teuersten Karte im Dominion-Universum. Zum Glück hat die Stadt ja einen “Entwicklungsbonus” spendiert bekommen. Ist also genau ein Stapel leer, wird die Stadt schon mal zu einem besseren Laboratorium, bei zwei oder mehreren leeren Stapeln zu einer Kombination aus Laboratorium und Markt.
Wenn man also beide Boni freischaltet, ist die Stadt die wohl beste Karte bezüglich des Preis/Leistung-Verhältnisses.

Nun zur Frage wann die Stadt den eigentlich lohnenswert ist.

In Spielen, bei denen absehbar ist, dass nur der Provinzstapel leer wird, ist die Stadt höchstens ein bis zwei Mal zu kaufen.
Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man terminierende Aktionskarten im Deck hat und keine günstigeren “Dörfer” liegen.
Auch bei Kapellenspielen ist die Stadt nicht gerade erste Kaufwahl. Um aus der Stadt ein Laboratorium zu machen müsste man erst mal alle 10 Städte aufkaufen, kein lukratives Geschäft. Zumal wenn der Gegner nicht mit in den “Stadtrausch” einsteigt. Wenn zudem noch ein effektiver Kartenzieher wie die Bibliothek oder der Abenteurer liegt sollte man diese beiden bevorzugen.

Wann also lohnt es sich die Stadt zu kaufen?

Bei Sets in denen gefragte Karten wie Jahrmärkte, Laboratorien, Adelige, aber auch Karten die sich selbst ersetzen wie Dörfer, Spione, Verschwörer, Große Hallen, Hausierer liegen, wird die Stadt schnell lukrativ.
Kommen zu diesen Karten noch Karten hinzu, die es ermöglichen andere Karten kostenlos zu nehmen, also Schmuggler, Werkstatt, Eisenhütte, Universität, wird die Stadt noch schneller spielbar.
Hinzu kommen der Baron, der Anwesen nehmen kann, Gärten, der Hort, mit dem man Punktestapel leer bekommt, aber auch gleichzeitig Gold ins Deck bringt, und der Wachturm, mit dem man gerade gekaufte oder genommene schlechte Karten gleich wieder entsorgen kann.
Die Universität sticht hier natürlich besonders heraus, da man sich Städte kostenlos nehmen kann. Mit 2-3 Universitäten bekommt man den Stadtstapel schnell leer.
Eine weitere Karte, die mit der Stadt harmoniert, ist die Hexe (stellvertretend für alle zuverlässigen Fluchgeber). Mit der Stadt kann man mehrere Hexen in einem Zug spielen, zugleich leert man den Fluchstapel relativ schnell; vorausgesetzt man spielt ohne Leuchtturm und Burggraben, da diese die Entwicklung der Stadt soweit hinauszögern können, dass man die volle Power der Stadt nicht schnell genug ausnutzten kann und der Gegner mit seinem nicht auf Städten basierenden Deck einen Vorteil hat.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, der Stadtentwicklung entgegenzuwirken?

Eine weitere Möglichkeit, die Städte des Gegners nur Dörfer sein zu lassen, besteht darin, Stapel mit dem Botschafter wieder aufzufüllen. Dies funktioniert allerdings nur beim Spiel zu zweit oder wenn die Gegner Leuchttürme ausliegen haben. So kann man z.B. 2 Flüche zurücklegen, und da der Gegner sich nur 1 nehmen kann ist der Stapel nicht mehr leer. Wenn der Gegner dann noch mit einem Leuchtturm geschützt ist, besteht der Stapel sogar aus 2 Flüchen.
Desweiteren kann der Stadtgegner natürlich auch darauf achten, dem Gegenspieler nicht zu stark durch das Leerkaufen von Stapeln zu helfen. Also keine 5 Anbauten holen und auch mal auf den Hafen für 2 oder die ein oder andere Hybridkarte (z.B. Große Halle) verzichten.

Bei zwei oder mehr Gegnern muss man beachten, dass die Stadt deutlich besser wird, da erfahrungsgemäß einfach mehr Stapel leer werden.
Aber es kann auch eine neue Dynamik entstehen: Geht man allein auf Städte, hat man schon so gut wie verloren. Geht man als einziger nicht auf Städte, dann auch.

Fazit:
Die Stadt ist eine gute Karte bei Spielen, in denen absehbar ist, dass mindestens 1 Stapel leer wird, bevor das Spiel endet.
Zudem sollte man nicht nur auf den Stadtstapel selbst spekulieren, da dieser wohl in den meisten Spielen, in denen der Gegner keine Städte kauft nicht funktionieren wird. Desweiteren ist eine auf Städten basierende Strategie sehr langsam, gegen Spielende kann selbige aber so stark werden, dass man einen großen Rückstand noch aufholen kann. Außerdem ist die Stadt gut in Spielen mit Kolonien, die tendenziell länger dauern.

Gut mit: besonders beliebten Karten (z.B. Jahrmärkte, Adelige); Kartennehmern (z.B. Schmuggler,
Eisenhütte; Fluchgebern (z.B.Hexe)

Schlecht mit: reinen Geldstrategien, die durch unattraktive Königreichkarten
vorgegeben sind; Kapellenspiele

Schlecht gegen: Botschafter; Gegenspieler, der einem nicht hilft, Stapel zu leeren.

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