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Quacksalber

Quacksalber

September 18, 2010 by · 10 Kommentare 

Quacksalber

Karten – Text:

+ 2 Geld

Jeder Mitspieler darf eine Fluchkarte aus seiner Hand ablegen.
Wenn er das nicht macht, muss er sich einen Fluch und ein Kupfer nehmen.

Der Quacksalber ist der erste Fluchgeber, der dem Gegner noch dazu eine andere Karte aufdrückt: Ein Kupfer, dass in den allermeisten Decks beinahe ebenso unwillkommen sein dürfte wie ein Fluch. Damit ist er der bisher wohl stärkste Angriff, kann allerdings abgewehrt werden.

Als Fluchgeber mit Kosten 5 lässt er sich sehr gut mit der sichereren Hexe vergleichen. Die Unterschiede sind zweierlei:

a) Der Quacksalber gibt 2 Geld statt 2 Karten.
b) Der Quacksalber ist durch das Ablegen eines Fluches abwehrbar, gibt aber erfolgreich ausgespielt dem Gegner zusätzlich zum Fluch noch ein Kupfer.

Wie ist dies zu bewerten?

a) Das Langweilige zuerst: Als terminierende Aktionskarte ausgespielt sind 2 Geld wohl mehr wert als 2 Karten, einfach weil berechenbarer ist, was kommt: 2 Karten können auch gut 2 Aktionskarten oder Punktekarten sein. Integriert in andere Strategien passt die Hexe besser in Ketten und der Quacksalber besser in bargeldlose Strategien.

b) Nun zur spannenden Frage: Was ist besser – ein sicherer Fluch oder ein Fluch und ein Kupfer, aber unsicher?

Die Hexe ist absolut erbarmungslos und drückt dem Gegner den Fluch zwingend auf. Der Quacksalber kann abgewehrt werden, was ein erheblicher Nachteil ist. Der Angriff des Quacksalbers ist aber beinahe doppelt so stark, bedenkt man, dass in einer wirklich starken Strategie ein Kupfer beinahe genauso schlecht ist wie ein Fluch. Die Ausnahme sind hier natürlich alle Strategien, die auf Kupfer oder das Vorhandensein vieler Karten (Gärten, Stein der Weisen) beruhen.

Statistisch betrachtet müsste jede fünfte Karte im Deck ein Fluch sein, das Verhältnis also 4:1, damit der Quacksalber sicher abgewehrt werden kann. Witzigerweise macht der Quacksalber sogar genau diesen Fall unwahrscheinlicher, da er durch das Kupfer ja das Deck weiter vergrößert. Außerdem muss der Fluch zur Verteidigung vorm Quacksalber abgelegt werden (im Ggs. zu einer Reaktions-Karte, die nur vorgezeigt werden muss), sodass mehrere Quacksalber in einer Runde sehr wahrscheinlich durchdringen – die Kombo mit Thronsälen und / oder Königshöfen ist natürlich ein Traum!

Man spiele folgendes (stark theoretisches) Szenario fürs Zweierspiel durch: Ich habe einen 5/2 Start und kaufe einen Quacksalber. Mein Gegner kauft / nimmt jede Runde eine Karte und entsorgt keine. Mir gelingt es von da an, konstant jede 2. Runde einen erfolgreichen Quacksalber auszuspielen (ich kaufe mehrere). In der Tat gelingt es mir in diesem Fall, in 21 Runden alle 10 Flüche zu verteilen, ohne dass das 4:1 – Verhältnis je erreicht wird (in Runde 21 sind es 10 Flüche auf 41 andere Karten). Ohne das zusätzliche Kupfer wäre das 4:1 – Verhältnis erreicht bei 13 Runden und 6 verteilten Flüchen auf 23 andere Karten). Natürlich wird das in der Realität so nicht passieren, aber das Beispiel soll zeigen, wie unwahrscheinlich es tatsächlich ist, sich sicher vorm Quacksalber zu verteidigen.

Ein netter „Nebeneffekt“ des Quacksalbers: Er greift auch dann noch an, wenn alle Flüche verteilt sind und verteilt weiterhin Kupfer. Das fällt nicht so sehr ins Gewicht, da das Spiel in diesem Fall oft über 3 leere Stapel bald zu Ende geht, ist aber ein kleiner Vorteil, v.A. wenn der Gegner auch einige Flüche an den Mann gebracht hat.

Ein Wort zum Thema „Psychologische Kriegsführung“:

Huch, mein Fluch ist zu was gut? Ich habe es in der Tat schon erlebt, dass lieber das Kupfer entsorgt wurde als der Fluch, um sich vorm Quacksalber zu schützen. Das KANN funktionieren, aber ich würde davon extrem abraten (siehe o.g. Rechnung). Ein Fluch ist ein Fluch und immer schädlich.

Fazit: Wer’s berechenbarer mag, sollte sich lieber auf die Hexe verlassen. Für mich ist der Quacksalber der bisher stärkste Angriff. Man sollte ihn lediglich mit Bedacht einsetzen, wenn große Decks vorteilhaft sind (Stein der Weisen, Gärten).

Gut mit: Eigentlich immer. Aktionsgebern und insbes. bargeldlosen Strategien.

Schlecht mit: Anderen Fluchgebern

Schlecht gegen: Funktionierende Kupferstrategien, Strategien die auf einem großen Deck beruhen (Gärten, Stein der Weisen).

Konter:
Kein besonderer. Selbst Quacksalber spielen ist nicht verkehrt, aber Flüche zu verteilen schützt nicht vorm Kupfer!

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